Ortseingang Kleinzerbst Kleinzerbst, Parkstraße Forsthaus Kleinzerbst Blick aus dem Wald nach Kleinzerbst Kleinzerbst, Waldweg Kleinzerbster Busch

HERZLICH WILLKOMMEN IN KLEINZERBST!

 Aktualisierung: 22.10.2016

Maiglöckchen
Fliegenpilze im Kleinzerbster Busch
Regenbogen hinter Kleinzerbst
Kraniche am Rustgraben in Kleinzerbst
Julius-Eiche in Kleinzerbst
"Norweger" aus Kleinzerbst

1. und 2. Jahrhundert

Besiedlung durch die Hermunduren, nachgewiesen aufgrund der Ausgrabungen in der Schwabenheide (westlich der heutigen Dorflage)

14. Jahrhundert

Kleinzerbst (Cerowiste = altslawisch = Eichenwald) gehörte zu den Besitzungen des Klosters Hagenrode, Abtei Nienburg

um 1370

erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Kleinzerbst im Zinsregister der Magdeburger Dompropstei, wonach der Ort Villa Tzerwist der begüterten Familie von Sprone gehörte

1497

Verkauf des Dorfes durch Albrecht von Isenbergk an den Fürsten Waldemar,
Grundbesitz: 705 Morgen Acker, 202 Morgen Wiese, 63 Morgen Holzungen, 2 Morgen Garten
Viehbestand: 26 Pferde, 163 Stück Rindvieh, 8 Schafe, 126 Schweine, 34 Ziegen

im 16. Jh.

das Dorf wurde von seinen Bewohnern verlassen

1594

auf der Wüstung des alten Dorfes wurde ein Vorwerk des Köthener Fürsten mit 3-4 Kossaten-Häusern  (Kossat = niederdt. für Kleinbauer, Tagelöhner) errichtet; Fürst Ludowig zu Anhalt bestellte in den Jahren 1606, 1611 und 1613 Hofmeister für das Vorwerk Kleinzerbst

1717-1723

Errichtung des neuen Dorfes nach Auflösung des Gutes/Vorwerkes und Aufteilung des Landes an 30 Bauern und Kossaten,
etwa zur gleichen Zeit - Beginn der Arbeit der Ziegelei, was durch Belege von Steinlieferungen zum Bau des Mosigkauer Schlosses (1752-1757) dokumentiert wird

1733

richtet der Schöppe und Richter von Kleinzerbst an Fürst August Ludowig ein Schreiben mit der Bitte, eine Schule zu erbauen, da sich die Einwohner “ausbreiten”

1765

Errichtung des Forsthauses, das in seinem Baustil dem Goetheschen Gartenhaus in Weimar entspricht
Forsthaus Kleinzerbst1

1775 (Volkszählung)

155 Menschen, die nach Osternienburg eingepfarrt sind, 45 Häuser, 1 Jägerhof, 1 Ziegelei
“Hier war sonst ein fürstliches Guth, wovon aber der Acker an die Einwohner auf Erbzins verteilt
ist, und die deswegen verschiedene Freiheiten genießen, z.B., sie dürfen keine Jagddienste, keine Holz- und Baufuhren thun, und sie sollen frei von Einquartierung sein, welches Letzteres nicht allemal beobachtet werden kann. Das Dorf liegt übrigens an einem ziemlich ansehnlichen fürstlichen Busche, weswegen sich auch ein Förster hier aufhält.”
Quelle: Handbuch der Geographie und Geschichte von Anhalt, 1801

1812-1854

Carl Andreas Naumann, der Bruder und Berater des bekannten Ornithologen Johann Friedrich Naumann, versah hier seinen Dienst als Herzoglicher Revierförster

1818

209 Bewohner

1830

204 Einwohner, 38 Feuerstätten, Kleinzerbst gehört zum herzoglichen Justizamt Wulfen

1831

Eröffnung des Friedhofes (vordem in Osternienburg)

1833

208 Einwohner, 43 Häuser, 1 Försterei, 1 Herzogliche Ziegelei

1834

Der Forstgehilfe Julius Rawald eschoss sich an der nach ihm benannten Julius-Eiche.

1849

Kleinzerbst hat bereits einen Gemeinderat mit Vorstand

1861

Verkauf der Herzoglichen Ziegelei an den Ziegelmeister Hetzschold für 5.500 Taler

vor 1863

Zugehörigkeit zum Fürstentum Anhalt-Köthen

1867

258 Einwohner, worunter 6 Anspänner und 26 Kossaten waren, sowie 48 Häuser, 1 Schule, 1 Windmühle 

1868

Fertigstellung der Rustbrücke nach Trebbichau und Osternienburg

1873

Zwischen Preußen und Anhalt wurden 12 Grenzsteine gesetzt, heute noch zu finden

1878

Renovierung des Forsthauses Kleinzerbst

1891

Ausbau des Kleinzerbster Weges mit 1.350 Mark

bis 1918

Zugehörigkeit zum Herzogtum Anhalt

1907

Straße nach Aken gepflastert

1911

Kleinzerbst bekommt elektrischen Strom

1914-1918 1. Weltkrieg

Kleinzerbst stellt 45 Kriegsteilnehmer, 7 davon sind gefallen

1915

Verkauf der alten Schule für 8.000,- Mark

seit 1920/1921

Kleinzerbst ist bekannt als "Maiblumendorf". Seit 1920/1921 findet hier - mit Unterbrechungen - der "Kleinzerbster Heiratsmarkt" statt.

1921

Flurstraße gepflastert

1925

Parkstraße gepflastert, 438 m, 16.773,30 Mark

1927

Ausgrabungen und Funde aus der Zeit der Hermunduren in der Schwabenheide westl. v. Kleinzerbst

17.08.1929

Windmühle der Familie Pfannenberg auf dem Mühlberg durch Blitzeinschlag zerstört

1936

Zeppelin LZ129 ”Hindenburg” fliegt über Kleinzerbst (LZ129 ist nur wenige Monate später, 1937, explodiert)
Zeppelin LZ129 HINDENBURG 1936 über Kleinzerbster Busch
Foto: Otto Kittel, Kleinzerbst 1936

1936

Jugend-Herberge/Schulungsheim wird fertiggestellt

1937

Straße nach Reppichau gepflastert (9.647,14 Reichsmark)

1939

350 Einwohner, davon 10 Landwirte, 39 Häusler, 1 Ziegelei, 1 Schule (1 Lehrer), 1 Forsthaus (1 Förster), 1 Forstarbeiterhaus (2 Forstarbeiter), 4 Neusiedler

im 2. Weltkrieg

65 Personen wurden eingezogen, 22 davon sind umgekommen

1941

311 Einwohner

17.04.1945

Kleinzerbst wird von den Amerikanern besetzt - 3 Tote (“Soldatengrab” auf dem Friedhof)

1945 Volkszählung

489 Einwohner (Einheimische, Evakuierte und Ausländer)

1946

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Kleinzerbst

1950

487 Einwohner

1952

Landwirte werden durch die Deutschen Solvay-Werke für entstandene Chlorschäden auf den Feldern entschädigt

Dez. 1952

500 Einwohner (176 Männer, 223 Frauen, 101 Kinder), 2 Gaststätten, 1 Ziegelei, 1 Schmied, 1 Bäcker, 1 Schule, 1 Konsum, 1 Gemischtwarenhandel

1953

Gründung eines Ernte-Kindergartens

1954

ehemalige Jugendherberge wird Sonderschul-Internat

1956

Entschädigung vieler Bauern für Hochwasser- und Hagelschäden

1959

433 Einwohner (173 Männer, 173 Frauen, 125 Kinder)

12.08.1958

Gründung der LPG “Solidarität” (Typ I) als 798. LPG im damaligen Bezirk Halle
Bau einer Hühnerfarm (am Ortsausgang in Richtung Reppichau links)

Dezember 1960

neue Taube-Brücke auf der Straße nach Aken wird freigegeben

1964

367 Einwohner

1966

Goldberlocke aus Kleinzerbsterneute Ausgrabungen in der Schwabenheide
(Kleinzerbster Goldberlocken - Grabbeigaben aus der Römischen Kaiserzeit,
aus dem 1. Jh.v.Chr., - werden gefunden. Dieses bislang wichtigste Gräberfeld der Hermunduren umfasste 400 Gräber, von denen 271 geborgen werden konnten. Neben der hohen Zahl an goldenen Berlocken wurden Waffen und anderer Schmuck gefunden.
Sie sind in der Prähistorischen Sammlung in Köthen zu besichtigen.)
 
 
Bildrechte/-herkunft: Prähistorische Sammlung Köthen

1967

letzter “Kleinzerbster Heiratsmarkt” zu DDR-Zeiten

1968

Zusammenschluss der LPGen Kleinzerbst, Reppichau und Susigke zur LPG “Neue Welt” Reppichau (Typ III)

1971

360 Einwohner (164 Männer, 196 Frauen, 72 Kinder, 40 Einpersonenhaushalte, 98 Mehrpersonenhaushalte, 155 berufstätige Personen - davon 71 weiblich, 89 Wohngebäude, 2 Nichtwohngebäude, insgesamt 143 Wohnungen mit 353 Wohnräumen)

1976

Umstellung der Strom-Netzspannung von 110 V auf 220 V

1984/85

Kleinzerbst wurde an das zentrale Trinkwassernetz angeschlossen

1986

312 Einwohner

1991

Wiederaufnahme der Tradition “Kleinzerbster Heiratsmarkt”

1992

Installation der Telefonleitung in Kleinzerbst

29.11.1992

Gründung des Heimatverein Kleinzerbst e.V.

27.03.1993

Pflanzung der rot blühenden Kastanie an zentraler Stelle im Park vor der Bühne

bis 1994

eigenständige Gemeinde

1994

Eingemeindung in die Stadt Aken

1995

Straßenverbreiterung der Akener Straße

1996

Renovierung der Rustbrücke nach Trebbichau

1997

Kleinzerbst wurde als "Schönstes Dorf" im Landkreis Köthen ausgezeichnet

14.01.2003

286 Einwohner

Mai 2010

Kleinzerbst ist im Internet präsent: www.kleinzerbst.eu oder www.kleinzerbst-aken.de

2010

20. Kleinzerbster Heiratsmarkt (nach der “Wende”)

Juni 2011

Freigabe der neuen Taube-Brücke auf der Straße nach Aken

Dezember 2011

Der Heimatverein Kleinzerbst e.V. gibt das Buch “Kleinzerbster Ansichten” heraus.

31.12.2011

248 Einwohner

07.04.2012

von den Kindern des Dorfes wird eine Lärche als “Baum des Jahres 2012” im Park gepflanzt

08.06.2013

“Jahrtausend-Hochwasser 2013” * nach einem Dammbruch an der Saale in Klein Rosenburg und der Überspülung des Elbdammes zwischen Aken und Dessau kam es zur teilweisen Überflutung von Aken sowie der Ortschaften Susigke, Kühren und Mennewitz * Katastrophenalarm und Evakuierung der Stadt Aken und der Ortschaften, inkl. Kleinzerbst * die Kleinzerbster blieben * am 09.06.2013 erreichte der Pegel der Elbe in Aken den bisher höchsten Stand von 7,90 m (24 cm über dem “Jahrhundert-Hochwasser” von 2002) * die Überflutung des Elbe-Saale-Winkels von Klein Rosenburg entlang der Taube-Niederung reichte bis fast nach Dessau (86 km² Fläche, 115 Mio. m³ Wasser) und stoppte am 13.06.2013 * das Wasser erreichte Kleinzerbst nicht, es kam 200 m vor dem Dorf bei einer Höhe von knapp 55 m. ü. NHN im Wald zum Stehen * Aken war 1 Woche evakuiert * Kleinzerbst war 2 Wochen ohne zentrale Trinkwasserversorgung, weitere 2 Wochen war das Wasser nur abgekocht verwendbar * am 18.06.2013 wurde die Straße zwischen Kleinzerbst und Aken aufgerissen, um den Abfluss des von der Elbe gekommenen Wassers zu beschleunigen, am 25.07.2013 wurde die Schlitzung notdürftig geschlossen und die Straße wieder für den Verkehr freigegeben * am 23.11.2013 war die Straße zwischen Kleinzerbst und Aken endgültig wieder hergestellt

01.08.2013

237 Einwohner

19.04.2014

von den Kindern des Dorfes wird eine Traubeneiche als “Baum des Jahres 2014” im Park gepflanzt

31.07.2014

228  Einwohner

04.04.2015

von den Kindern des Dorfes wird ein Feldahorn als “Baum des Jahres 2015” im Park gepflanzt

10.08.2015

231 Einwohner

19.10.2015

Anna Wolff wird als älteste Einwohnerin von Kleinzerbst 105 Jahre

31.10.2015

Nach über 5 Jahrzehnten fand erstmals wieder ein Ringreiten in Kleinzerbst statt.

11.01.2016

Durch einen technischen Defekt an einem Ölofen brannte das Wohnhaus Flurstraße 1 völlig aus. Feuerwehren aus 9 Orten und 80 Feuerwehrleute waren im Großeinsatz. Der Bewohner blieb unverletzt. Das Haus musste abgerissen werden.

20.02.2016

Errichtung eines Storchen-Nestes auf einem Gittermast am Ortsausgang Flurstraße (möglicherweise das 1. Storchennest seit Naumanns Zeiten, also nach ca. 200 Jahren in Kleinzerbst)

18.06.2016

Feier zum 70. Gründungsjubiläum der Kleinzerbster Feuerwehr und feierliche Übergabe des neuen Einsatzfahrzeuges

19.10.2016

Anna Wolff, älteste Einwohnerin Kleinzerbsts und des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, wird 106 Jahre und erfreut sich guter Gesundheit und eines wachen Geistes

...

 

Eine (wahre) Geschichte über die Kleinzerbster und die Julius-Eiche

“... Ein weiteres erwähnenswertes Grab auf diesem ältesten Teil des Friedhofes ist das des Forstgehilfen Julius Rawald.
Es trägt keinerlei Kennzeichen und liegt am äußersten Nordwestrande des alten Gräberfeldes. Er war der Sohn des vormals in Osternienburg amtierenden Pfarrers, der indes nach Amesdorf bei Güsten berufen wurde.

Der Forstgehilfe erschoß sich 1834 im hiesigen Busche unter einer Eiche, die heute noch Julius-Eiche genannt wird; im Jagen steht und die eingeritzten Zeichen trägt „J R  1834“.
Julius-Eiche in KleinzerbstBaumrinde der Julius-Eiche in Kleinzerbstmit der Inschrift "1834  JR"
Nach Auffindung der Leiche machte sich ein Kleinzerbster Einwohner auf den Weg nach dem etwa 40 km entfernten Amesdorf, um dem Vater die Unglücksbotschaft so schnell als möglich zu übermitteln.
Hungrig und übermüdet langte der Bote im dortigen Pfarrhause an. Aber anstatt eines seiner Mühewaltung und seines guten Willens wohl werten anerkennenden Wortes und einer verdienten Labe wurde er mit Schimpfworten aus dem Hause gejagt.
Der Herr Pfarrer entblödete sich nicht, diesem Manne, der aus Mitgefühl den weiten Weg zu Fuß zurückgelegt hatte, vorzuwerfen, er und die gesamte Kleinzerbster Sippschaft allein seien am Tode seines Sohnes schuld. Sie hätten ihn verdorben, ihn in ihr lasterhaftes Leben einbezogen. Auch die „Französische Krankheit“, die er sich geholt und schließlich Ursache seiner Verzweiflungstat geworden sei, müssten auf das Schuldkonto der Kleinzerbster Lodderbande gebucht werden.
Eines solchen Dankes hatte sich der Bote nicht versehen. Er und seine Ortsgenossen haben auch nicht hinter dem Berg gehalten, ihre Verachtung dem ungerechten Manne zu bekunden.

Vielleicht datiert von jener Zeit die nicht allzu große Kirchenfreundlichkeit der Kleinzerbster. Das Grab Rawalds lag, wie schon erwähnt in der äußersten Ecke des damaligen Friedhofes, wie es sich für einen gehörte (nach alter klerikaler Auffassung), der seinem Leben selbst ein vorzeitiges Ende bereitete. Diese „fromme“ Sitte haben sich die Kleinzerbster unserer Tage verbeten. Die Verehrung der Toten kennt keinen Unterschied ...”

Quelle: Reinhold Kühn (Lehrer in Kleinzerbst), April 1942, aus einer Abhandlung über den Kleinzerbster Friedhof

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